Bundesvision Song Contest Hallo, ihr süßen Phrasen!
Es ist der Abend der gestörten Kommunikation. Ein Fest für Sprachwissenschaftler und jene, die es nicht werden sollten. Sich sanft von rechts nach links wiegend, singt Tim Bendzko mit reichlich Schmacht "Wenn Worte meine Sprache wären". Tock, tock, möchte man einwerfen, sie sind es schon. Aber so richtig stören will man auch nicht, läuft doch gerade alles so glatt.
Als würdiger Erbe von Xavier Naidoo erzählt der Berliner von den Worten, die einem nicht einfallen oder nicht raus wollen, vom Himmel auf Erden und von Sonnenstrahlen - und gewinnt am Donnerstagabend mit Abstand den siebten Bundesvision Song Contest auf ProSieben. Das tut nicht weh, ist nicht recht überraschend und nur insofern lästig, als man ständig grübelt, wie das denn dann so ist mit der Sprache und den Worten, während Bendzkos Radiohit "Nur noch kurz die Welt retten" im Hinterkopf brummt.
Das Problem mit den richtigen Worten haben an diesem Abend in der Kölner Lanxess-Arena auch Stefan Raab, der Erfinder der innerdeutschen Version des Eurovision Song Contest, und seine Co-Moderatorin Johanna Klum. Raab versenkt zwei, drei Witze, bleibt ansonsten stumm, guckt und malmt mit dem Kiefer und vergisst bei der Punktevergabe dann sogar seine eigenen Regeln, dass nämlich jedes Bundesland sehr wohl für sich selbst abstimmen kann, anders als beim großen Show-Bruder. Klum plappert derweil wahllos dahin, verwechselt Thüringen mit Niedersachsen und macht Frankfurt an der Oder zum Nachbarn Hessens.






